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Sinnliche Wahrnehmung in der Malerei
 

Zum Gemälde "Rapeseed Fields by the Baltic Sea"

Erinnerung

Als Kind konnte ich sehr viel Freiheit genießen, da wir nur vormittags in der Schule waren und der Nachmittag nicht per Terminkalender von unseren Eltern durchgetaktet war. Das Fernsehen war streng limitiert. Gerade dadurch konnten wir uns noch spontan zum Spielen treffen.
Ein besonderer Reiz lag im verbotenen Durchstreifen der hohen Rapsfelder. Dort konnte ich als Grundschulkind auch mal die Orientierung verlieren und zugleich ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer gewinnen. Zudem kündigten diese Felder im kühlen Norden den herannahenden Sommer an, wenn ihr Blühen die Wärme versprach.
Beim Betrachten des Gemäldes kehren all diese Erinnerungen zurück: Ich meine den Duft des Rapses zu spüren und die sich erwärmende Luft mit dem Salzgeruch zu atmen, den der Wind sanft durch die Landschaft trägt.

Wahrnehmung beim Malen

In der abstrakten Malerei suche ich nach einer Übersetzung für diese sensorischen Wahrnehmungen, da die Abbildung einer Landschaft ja nicht das Ziel ist. Wer vor dem Bild steht, soll den eigentümlichen schweren Duft des Rapses und die salzige Luft fast physisch mitempfinden können. Diese emotionale Information bildet den Kern meiner Arbeit.

Das Bild im Raum

In einem alltäglichen Wohnumfeld, etwa über einem Sideboard, verändert das Rapsgelb die Atmosphäre. Das Bild bringt zu allen Jahreszeiten eine anhaltende Frische in den Raum. Dadurch sorgt es für eine spürbare Belebung der Umgebung, ohne allzu aufdringlich zu sein. 
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