Martina Schwanke
Abstract Art Potsdam

Das kleine Format
Die Postkarte als persönliche Geste
In einer Epoche, in der menschliche Nähe allzu oft in Megabyte gemessen und Zuneigung über flüchtige Klicks auf Displays signalisiert wird, droht eine elementare Kulturtechnik zu verkümmern: die bewusste, handschriftliche Zuwendung. Die digitale Kommunikation ist zweifellos effizient, aber sie ist inzwischen auch ein wenig steril. Meine Kunstpostkarten sind daher weit mehr als bloße Miniatur-Reproduktionen von Gemälden. Sie dürfen auch als eine ästhetische Intervention, als eine explizite Aufforderung zum analogen Widerstand eingesetzt werden.
Papier statt Pixel
Ein Bild auf dem Smartphone hat kein Gewicht, keine Struktur. Es verschwindet im endlosen Fluss der Feeds. Auf festem Karton gedruckt, wird Kunst dagegen greifbar. Das Papier ist spürbar, die Kanten, die matte Oberfläche.
Wenn dieses Format dann mit einer handschriftlichen Nachricht versehen wird, entsteht ein neues Unikat. Die Tinte auf dem Karton, die individuelle Handschrift, selbst das bewusste Auswählen und Aufkleben einer Briefmarke: all das sind Entschleunigungsprozesse. Eine Postkarte zu schreiben bedeutet, jemandem das Wertvollste zu schenken, das wir inmitten der digitalen Reizüberflutung besitzen: ungeteilte Zeit und Aufmerksamkeit.
Ein radikaler Akt der Nahbarkeit
Hier schließt sich der Kreis zur Demokratisierung der Kunst. Während sich das großformatige Original an der Atelierwand behauptet, bricht die Postkarte die elitäre Distanz radikal auf. Sie ist Kunst, die wandert. Sie geht durch die Hände von Postbotinnen oder Postboten, liegt im Briefkasten und findet schließlich ihren Platz im Alltag eines Menschen: am Spiegel, auf dem Schreibtisch oder an der Pinnwand.
Das Versenden einer Kunstpostkarte ist ein zutiefst partizipativer Akt: Sie nutzen meine Motive als Rahmen für das, was Sie jemandem sagen möchten. Damit wird die Karte zu einer Brücke zwischen Atelier, Absender:in und Empfänger:in.
Einladung zum Dialog
Lassen Sie das Digitale für einen Moment hinter sich. Betrachten Sie die Rückseite dieser Karten nicht als Leerraum, sondern als Einladung. Schreiben Sie ein Wort, einen Satz oder einen Gedanken auf. Schicken Sie Kunst auf Reisen und setzen Sie damit ein Zeichen für eine Kommunikationskultur, die sich Zeit nimmt, anstatt sie hektisch immer nur einzusparen.
Sie möchten diese Karte im Briefkasten haben? Gegen Übernahme der reinen Versand- und Verpackungskosten sende ich sie Ihnen gerne zu. Senden Sie mir einfach eine Mail mit Angabe der Anzahl.